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Chronik der Friseurinnung Duisburg

Bisherige Obermeister

Wilhelm Hoffmann 1875 - 1882

Theodor Küpper 1882 - 1886

Franz Proll 1887 - 1888

Heinrich Lubitz 1888 - 1900

Johann Abels 1900 - 1902

Johann Winter 1902 - 1910

Wilhelm Schäfer 1911 - 1931

Karl Elberth 1931 - 1933

Albert Clausen 1933 - 1934

Karl Kintzel 1934 - 1945

Hans Heiden 1945 - 1966

Roland Kratz 1966 - 1992

Günter Stenger 1992 - 1994

Irene Panse 1994

Aus der Geschichte der Innung

 

Ende des Jahres 1874 beschloß eine Anzahl Duisburger Friseure einen sogenannten Barbierverein zu gründen. In den Statuten dieses Vereins wird als Zweck, Organisation der gegenseitigen Unterstützung im Krankheits- und Sterbefalle, Preisvereinbarung und die Einrichtung eines Gesellennachweises bezeichnet. Der erste Vorsitzende war Herr Wilhelm Hoffmann. Die Protokolle des Barbiervereins geben Zeignis von dem regen Interesse der Mitglieder in allen Berufsfragen. Am 21. April 1879 fand im Geschäftslokal des Herrn Lubitz die erste Geselleprüfung statt. Der Bericht erwähnt, daß alle Kollegen an dieser Prüfung teilgenommen hätten. Zu einer Tagung des schon damals errichteten Rheinischen Provinzialverbandes der Friseure entsandte der Verein am 12. Mai 1879 Delegierte nach Essen.

Im Jahre 1881 faßte man den Entschluß, den Verein in eine Innung umzuwandeln. Zu diesem Zweck setze man sich mit dem Vertreter der Aufsichtsbehörde, dem damaligen Oberbürgermeister Lehr, in Verbindung. Dieser glaubte jedoch, daß eine Innung nur lebensfähig sein könne, wenn man sie wenigstens 50 Mitglieder umfasse. Er riet dem Verein, sich mit den Nachbarstädten zu vereinigen oder andere Gewerbe hinzuzuziehen. Da man sich aber weder von einem noch vom anderen Erfolg versprach, ließ man den Plan einer Innungsgründung vorläufig wieder fallen. Im Jahre 1882 legte Herr Hoffmann sein Amt als Vorsitzender aus Gesundheitsrücksichten nieder. An seine Stelle trat Herr Theodor Küpper.

Die Bemühungen, dem Verein die Form einer Innung zu geben, wurden nicht aufgegeben. Im Jahr 1885 war man so weit, daß Statuten entworfen und der Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden konnten. Am 1. Februar 1886 wurde sodann im großen Saale des Rathauses zu Duisburg unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Lehr die ” Barbier-, Friseur- und Perückenmacher Innung ” konstituiert. Der Oberbürgermeister beglückwünschte den Verein zu seinem Entschluß und ermahnte die Anwesenden zur Einigkeit. Wenn Einigkeit walte, könne der Erfolg nicht ausbleiben. Den Mitgliedern wurde klargemacht, daß es nun nicht genüge, Innungsmitglied zu sein, sondern es müsse ein jeder die Tendenzen der Innung hochhalten und befolgen. Die Frucht praktischer Arbeit zeigt sich alsbald in der Gründung einer Fachklasse. Die Errichtung wurde am 12. April 1886 beschlossen. Am 15. April wurde sie in der ” Herberge zur Heimat ” in Gegenwart des Oberbürgermeisters Lehr und des Direktors der Diakonieanstalt, des Pfarrers Engelbrecht, eröffnet.

Am 17. Juni 1886 legte der Oberälteste, Herr Küpper, sein Amt nieder. An seine Stelle wurde Herr Johann Weber gewählt. Weber war es nicht lange vergönnt, das Amt des Vorsitzenden zu bekleiden. Er starb bereits am 17. Mai 1887. Sein Nachfolger wurde Herr Franz Proll. Auch Proll versah das Amt nur verhältnismäßig kurze Zeit. Im Dezember 1888 ging aus einer Neuwahl Herr Heinrich Lubitz aos Obermeister hervor. Dieser verblieb im Amte bis zu seinem Tod im Jahre 1900.

Die im Jahre 1886 gegründete Fachklasse nahm eine gute Entwicklung. Am 08. August 1889 fand in der ” Herberge zur Heimat ” in Gegenwart des Oberbürgermeisters ein Schaufrisieren der Lehrlinge statt.

Am 15. Januar 1893 erreichtete die Innung eine auf ordnungsgemäßen Statuten aufgebaute Unterstützungskasse.

Dem Obermeister Lubitz folgte als Obermeister Johann Abels, der das Amt bis zum 01. Januar 1902 verwaltete. Am 14. Januar 1902 wurde Herr Johannes Winter zum Obermeister gewählt. Er leitete die Innung mit viel Geschick und Hingabe acht Jahre hindurch. Am 01. Januar 1911 löste ihn Herr Schäfer ab, der das Innungsschiff durch die schwierigen Zeiten des Krieges und der Nachkriegszeit steuerte.

Am 01. Januar 1907 wurde eine wichtige soziale Einrichtung, die Innungskrankenkasse, geschaffen.

Der Erste Weltkrieg schlug auch dem Friseurgewerbe viele Wunden. Ein großer Teil der Kollegen wurde zum Wehrdienst einberufen. Bereits Ende 1914 standen 21 Kollegen im Feld. Die Daheimgebliebenen nahmen Anteil an den Schicksalen derer, die draußen waren und ließen ihnen Liebesgaben zukommen. Für die Frauen der Eingezogenen wurde nach besten Kräften gesorgt. Die Innung spendete bei Kriegsausbruch 500 Mark für den Duisburger Kriegerdank und 100 Mark für das Rote Kreuz. Im Sitzungsbericht vom 10. August 1914 heißt es, daß ” mit dem Wunsche eines frohen Wiedersehens die Innungsmitglieder auseinandergingen “. Die Innungsmitglieder sind freilich noch oft zusammengekommen, ehe der schwere Kampf zu Ende geführt war. Die Hoffnung auf ein siegreiches Ende hat sich nicht erfüllt. Fünf Kollegen haben Ihr Leben gelassen. Es waren die Kollgen: Korunka, Theelen, Hempel, Vondenberg, Musly.

Die ersten Jahre nach dem Krieg 1914/18 waren mit schweren Sorgen ausgefüllt. Es kam die Geldentwertung von 1923 und brachte manchen um seine Ersparnisse. Die deutsche Wirtschaft erholte sich aber bald und auch das Friseurhandwerk sah wieder bessere Tage. Das Krisenjahr 1931 setzte dieser Aufwärtsentwicklung ein Ende. Die Erwerbslosenzahl stieg in Duisburg, inbesondere hervorgerufen durch die Stillegung der Ruhrort-Meidericher Hütte und durch die Bankzusammenbrüche, zu beängstigender Höhe. Die Auswirkung auf das Handwerk waren katastrophal. Im Krisenjahr 1931 legte der verdiente Obermeister Schäfer sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Karl Elberth, der wiederum im Jahr 1933 von Albert Clausen abgelöst wurde.

Neben der Duisburger Innung befanden sich zwei weitere Innungen im Duisburger Raum. Die Friseur-Innung Ruhrort und die Friseur-Innung Meiderich. Beide waren in den ehemals selbständigen Gemeinden entstanden und hatten auch nach der Eingemeindung ihr Eigenleben behalten. Im Jahr 1928 wurden die Städte Duisburg und Hamborn zu einem großen Stadtgebiet zusammengeschlossen. Damit kam noch eine weitere Innung, die Hamborner Friseur Innung, zu den bereits bestehenden hinzu. Es ergab sich schon bald die Notwendigkeit, die Tätigkeit dieser Innungen auf eine gemeinsame Linie zu bringen. So bildete sich dann für das gesamte Stadtgebiet eine Arbeitsgemeinschaft aller Duisburger Friseur-Innungen unter der Führung des Obermeisters der Duisburger Innung. Durch diesen allerdings losen Zusammenschluß war eine Einheitlichkeit der Berufsstandsarbeit gewährleistet.

Das Jahr 1934 brachte auf Grund der 2. Handwerksverordnung eine Zusammenfassung des gesamten Duisburger Handwerks zu einer gemeinsamen Innung. Obermeister dieser Innung wurde Herr Karl Kintzel, der bereits viele Jahre hindurch Obermeister der Meidericher Innung gewesen war.

Der unselige Zweite Weltkrieg führte, je länger er dauerte, zur Schließung zahlreicher Betriebe. Eine erhebliche Anzahl wurde ganz oder teilweise durch Bomben zerstört. Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 vollzog sich unter schwersten Bedingungen der mühsame Wiederaufbau. Die Periode des WArenmangels und die sich daraus ergebenden Kompensationswirtschaft schlug dem Friseurhandwerk besonders große Wunden. Mit der Geldabwertung des Jahres 1948 begann der letzte Abschnitt der Geschichte der Duisburger Friseur-Innung. Wenn auch nach einer anfänglichen Wiederbelebung des Berufs eine gewisse rückläufige Bewegung eingetreten zu sein scheint, so wird die Innung unter der Führung des seit 1945 im amt befindlichen Obermeisters Hans Heiden in ihrer Arbeit nicht erlahmen. Sie wird wie schon so oft in der Vergangenheit den Berufsstand in seiner Gesamtheit trotz aller Widerstände un Hemmungen vorwärts zu bringen versuchen.

Die Voraussage hat sich auch in den abgelaufenen 24 Jahren voll erfüllt. Neben der Mitarbeit in den großen handwerkspolitischen Grundsatzfragen, insbesondere bezogen auf das Friseurhandwerk, widmete sich die Innung in dieser Zeit vordringlich der Hebung des Ausbildungsstandes aller Berufsangehörigen. Die Innung sah eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin, den Leistungsstand der ihr angeschlossenen Betriebe auf breiter Basis zu fördern. Mit der Einrichtung der Fachgruppe Damenfriseure und Kosmetiker gabe sie den aufgeschlossenen Mitgliedern die Möglichkeit, in ständigem gegenseitigen Erfahrungsaustausch, durch regelmäßige Demonstrationsabende und ähnliche Maßnahmen die Angehörigen dieser Gruppe mit den neuesten technischen und fachlichen Fortschritten des Friseurhandwerks bekanntzumachen. Für die zusätzliche Schulung des Berufsnachwuchses wurden in der Berichtszeit zwei neue Lehrwerkstätten in Duisburg und in Hamborn geschaffen, die zu den vorbildlichsten einschlägigen Einrichtungen am ganzen Niederrhein gehören. In diesen Schulungswerkstätten finden laufend Kurse in moderner Friseurkunst statt, der ausgezeichnete Besuch beweist, daß sich die Innung mit dieser Arbeit auf dem richtigen Weg befindet.

Der erfreuliche gute Besuch in den regelmäßig stattgefundenen Innungsversammlungen und die dabei gepflegten lebhaften Aussprachen legten Zeugnis davon ab, daß die Mitglieder unserer Innung allen grundsätzlichen Fragen mittelständischer Handwerkspolitik gegenüber eine besondere Aufgeschlossenheit zeigen. Es kann mit Recht gesagt werden, das gerade die Zusammenkünfte unserer Innung immer wertvolle Anregungen zu allen fachlichen und berufsständischen Problemen ergaben, die für die handwerkliche Spitzenführung auf den höheren Ebenen eine brauchbare Grundlage für die Interessenwahrung der uns angeschlossenen Bestriebe darstellten.

Einen schweren Verlust erlitt die Innung in der Berichtszeit durch das im April 1954 erfolgt Ableben unseres Ehren-Obermeisters, Kollegen Wilhelm Schäfer. Mit ihm ging eine der markantesten Persönlichkeiten des Duisburger Friseurhandwerks von uns, ein Mann, der viele Jahrzehnte lang im Vordergrund der handwerklichen Führung stand und in uneigennütziger und vorbildlicher Weise unseren Interessen diente. Auch an dieser Stelle sei unserem lieben Freund und Kollegen Wilhelm Schäfer nochmals für alles das, was er für uns tat, über das Grab hinaus herzlichst gedankt.

Duisburger Friseure waren nach dem Kriege erfolgreich fachlich tätig bei Wettbewerben und Veranstaltungen. Gute Plazierungen festigten den Ruf und die Anerkennung der persönlichen Lesitungen. Hier war der Kollege Hermann Pehler stets bemüht, die Duisburger Interessen zu vertreten. Die fachliche Vereinigung gaben die Impulse zu diesen Erfolgen.

Die Jahre nach dem 80jährigen Jubiläum brachten für die Innungsmitglieder viele fachliche Höhepunkte und eine Serie von Veranstaltungen, die nur ein erfolgreicher Berufsstand leisten konnte.

Wettbewerbe, verbunden mit Regional- und Bundesausscheidungen im Leistungswettbewerb der Friseurhandwerksjugend, machten die Fachwelt und das Publikum auf eine aktive Innung aufmerksam. Duisburger Teilnehmer bei Einzel- und Mannschaftswettbewerben waren in allen Klassen vertreten. Impulse für die Praxis wurden mit den Modeproklamationen im Frühjahr und Herbst den Kollegen vermittelt. Damit war der Friseur in den Wandel der Mode und der Zeit eingeschlossen.

Die Innungsausscheidungsfrisieren vereinigten die Friseurfamilie in Duisburg zum friedlichen Wettstreit um den Innungsbesten.

Im Jahre 1966 legte der langjährige Obermeister der Friseur-Innung Duisburg, Hans Heiden, sein Amt aus Altergründen nieder. Als Nachfolger wurde von der Versammlung Kollege Roland Kratz gewählt. Der neue Vorstand würdigte die Leistung und Verdienste von Hans Heiden mit der Ernennung zum Ehrenobermeister. Lambert Mausbach als langjähriger Lehrlingswart wurde Ehrenmitglied der Innung. In dieser Versammlung wurde Hermann Freistedt als Abteilungsleiter unserer Berufsschule zum Ehrenmitglied ernannt. Hermann Freistedt trat in den Ruhestand. Seine Tätigkeit hat maßgeblich zur positiven Entwicklung der Berufsausbildung beigetragen. In 3 Jahrzehnten hatte er sich große Verdienste für die Innung erworben.

Die Leistungen und die Verdienste von Hans Heiden in den langen Jahren seiner aufopfernden Tätigkeit lassen sich schwer in Worte fassen. Als einer der Männer der ersten Stunde hat er ein Stück seines Ichs seinem beruf und dem Handwerk gegeben. Mit allen Ehrungen und Anerkennungen wurde die Arbeit von Hans Heiden ausgezeichnet. Die höchste Anerkennung erhielt er durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Das Schicksal gönnte dem großen Mann Hans Heiden nur noch zwei kurze Jahre im wohlverdienten Ruhestand. Am 20. Mai 1968 verstarb Hans Heiden.

Lambert Mausbach war Seite an Seite als Lehrlingswart mit Hans Heiden tätig. Die Verdienste von Lambert Mausbach wurden mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt. Am 05. März 1971 verlor die Innung ihr Ehrenmitglied Lambert Mausbach im Alter von 84 Jahren. Mit ihm ging einer der Großen unserer Innung.

Eine besondere Veranstaltung, die in ihrer Art einen absoluten fachlichen Höhepunkt darstellte, fand am 17. März 1968 statt. Die Friseur-Innung stellte 20 Jahre Deutsche Frisurenmode vor. Hiezu waren eine Reihe von Kollegen als Akteure geladen, die sich in den vergangenen 20 Jahren um das Frseur Handwerk in Verbindung mit der Mode verdient gemacht hatten. Alle Preisträger regionaler, nationaler und internationaler Veranstaltungen waren versammelt. Diese einmalige und große Präsentation ließ in der gesamten Fachwelt aufhorchen und Duisburg stand im Mittelpunkt des Geschehens.

Als erfolgreichester Duisburger Kollege hat sich Arno Wahle im Leistungsstreben als Innungsbester auf Landes- und Bundesmeisterschaften qualifiziert. Die höchste Anerkennng errang Arno Wahle mit dem Titel ” Europameister ” und Weltmeister im Team. Als Vertreter des Deutschen Friseurhandwerks war Arno Wahle an zahlreichen internationalen Veranstaltungen erfolgreich beteiligt.

Im Jahre von 1967 bis 1972 war Helmut Conrad in Duisburg als Fachbeiratsleiter für die Innung tätig. Er errang als Deutscher Meister und Weltmeister im Team internationale Ehrungen und Anerkennungen.

Am Anfang des gleichen Weges steht Ulf Lansnicker, der sich in zahlreichen Wettbewerben sehr erfolgreich betätigt hat. In diesem Jahr gelang es ihm, den Titel ” Nordrheinischer Landesmeister ” zu erwerben. Ein erfolgreicher Vertreter Duisburger Friseur-Innung.

Die Aufgaben der Innung werden vom Vorstand sehr ernst verstanden und gewissenhaft wahrgenommen. Die Arbeit in der Berufsausbildung stellt an den Vorstand und Ausschüsse große Anforderungen. Hier darf der Einsatz des Lehrlingswartes Rudolf Köffers nicht unerwähnt bleiben. Das Prüfungswesen der Innung ist sachlich vorbildlich. Diese Aufgaben nimmt Rudolf Köffers sehr intensive wahr.

Viele Anregungen aus dem Bereich der Innung Duisburg sind als fortschrittlich bundesweit übernommen worden.

Der Vorstand ist ständig bemüht, die Interessen der Mitglieder zu vetreten. Der Kontakt mit Behörden und zuständigen Stellen bringt das notwendige Verständnis und oft Erleichterung zum Wohle der Mitglieder. Ausreichende Informationen und Orientierung helfen den Kollegen ständig im Geschehen zu bleiben. Die Erfordernisse der Gegenwart zwingen zum verstärkten berufsständischen Denken und Handeln. Nur eine starke Berufsgemeinschaft ist in der Lage, die zukünftigen Aufgaben zu meistern.